Eine leere Karosserie

Ausgebaute Hinterachse vor dem Firebird Trans Am

Stillstand im Blog bedeutet keinen Stillstand in der mysteriösen Halle. Das Fahrzeug ist leer, die letzten Fahrwerksteile wurden vor vier Wochen ausgebaut.

Ja, ich hänge wieder ein wenig mit meinen Berichten hinterher.

Am Wochenende des 24. und 25. April sind die letzten großen Teile ausgebaut worden. Die Vorder- und Hinterachse wurden entfernt, denn die Vorderachse wird komplett überarbeitet und die Hinterachse gegen die bereits überholte Achse im Fundus ausgetauscht.

Bei den Arbeiten wurde etwas deutlich: Auch ich bin trotz jahrelanger Erfahrung nicht vor Fehlern gefeit. Mit dem Ausbau des Motors habe ich etwas nicht bedacht: Aufgrund des fehlendes Gewichtes des Motors war es nun nahezu unmöglich, die obere Verschraubung der vorderen Stoßdämpfer zu lösen. Die gesamte Kraft der Federn wirkt hier entgegen, die Sicherung der Muttern tut ihr übriges dazu.

Obere Verschraubung des vorderen Stoßdämpfers
Es half leider nur die rabiate Methode: Der Stoßdämpfer wurde zusammen mit dem Domlager ausgebaut und die Mutter aufgeschnitten.

Ich musste also kreativ werden. Ich habe die vorderen Stoßdämpfer inklusive dem Domlager ausgebaut und nach oben aus der Karosserie entfernt. Auf der Werkbank habe ich den Sicherungsring der Muttern mit dem Dremel entfernt und die Muttern entfernt. Nun muss ich zwei neue Muttern für die erneute Montage besorgen, aber ich denke das wird kein Problem sein. Mein Fahrzeug verfügt über rote Koni-Stoßdämpfer, diese anzusägen wäre deutlich preisintensiver geworden… :)

Zerstörter Sicherheitsring der ausgebauten Mutter des Stoßdämpfers
Nachdem der Bereich mit dem sichernden Kunststoff-Ring entfernt wurde, ließ sich die Mutter dann auch recht einfach abdrehen.

Beim Lösen der Schrauben auf diese Weise ist mit größtmöglichster Vorsicht vorzugehen, denn nach Entfernen der unteren Befestigungen wird sich die gesamte Kraft der Feder schlagartig entladen: Von „LEBENSGEFAHR“ zu sprechen ist hier garantiert nicht untertrieben!

Daher mein sehr gut gemeinter Rat: Vor dem Motorausbau die Schrauben der vorderen Stoßdämpfer lösen. Sobald der Motor entfernt wird, hebt sich der Vorderwagen an und die Vorspannung wird zumindest ein bisschen reduziert – ist aber immer noch relativ stark.

Vorderachse mit entferntem Stoßdämpfer der Beifahrerseite
Anhand der Lage der Querlenker ist gut zu sehen, welche Spannung in diesem Bereich lastet. Die Feder hebt den Vorderwagen locker an.

Ärgerlich, der ganze Aufwand, aber selber eingebrockt. Über zwei Stunden hat der Ausbau der Stoßdämpfer gekostet. Da die Querlenker durch diese Aktion über keine Führung mehr verfügen, habe ich diese ebenfalls schon ausgebaut.

Felgen, Stoßdämpfer, Federn und Achsschenkel des Pontiac Firebird Trans Am
Nach knappen zwei Stunden Mehrarbeit war es geschafft: Beide Stoßdämpfer, samt Achsschenkeln und Federn, sind ausgebaut.

Der gesamte Vorderachsträger ist dann nur noch mit sechs Schrauben mit dem Rahmen befestigt. Er wird nach unten ausgebaut, anschließend habe ich ihn zerlegt. Die Querlenker erhalten eine Spezialbehandlung durch meinen Schweißer Jonas, anschließend werden diese gesandstrahlt, lackiert und mit neuen Buchsen wieder zusammengebaut.

Ausgebauter Vorderachsträger in massiver Bauweise
Der Ausbau des Achskörpers war in der Folge nur noch eine Fingerübung. Insgesamt sechs Schrauben verbinden das massive Element am Fahrzeugrahmen.

Beim Blick in den Motorraum stellte ich anschließend zufrieden fest, dass dieser nun wirklich ziemlich leer ist. Das Fahrzeug ist nahezu komplett zerlegt, mit Ausnahme der Windschutzscheibe. Diese lasse ich durch einen Experten in den nächsten Wochen ausbauen.

Motorraum mit ausgebauter Vorderachse
Der Motorraum ist nun fast vollständig entleert – Stück für Stück komme ich dem Ziel der totalen Zerlegung näher.

Obwohl man ja Sonntags eigentlich ruhen soll, habe ich die Hinterachse ausgebaut. Davon existieren nicht sehr viele Bilder, die Aktion ist auch deutlich unkomplizierter als vielleicht vermutet. Wie immer hatte ich großes Glück bei meinem Auto, denn alle Schrauben ließen sich problemlos lösen.

Schraubschlüssel auf der Befestigungsmutter eines hinteren Stoßdämpfers
Hinten lastet im Gegensatz zu Vorne keine Spannung auf den Stoßdämpfern, daher ist das Lösen der Stoßdämpfer hinter der Rückbank ohne Gefahr möglich.

Der Stabilisator muss ebenfalls entfernt werden, um die Hinterachse ausbauen zu können. Da ich diese Hinterachse und diesen Stabilisator nicht mehr verbauen werde, habe ich mich dafür entschieden, alles als komplette Einheit abzubauen.

Befestigungsschrauben des hinteren Stabilisators
Die Befestigungen des Stabilisators ließen sich problemlos lösen: Das ist nicht selbstverständlich, denn diese rosten gerne fest und reißen dann ab.

Die Zahlen sprechen eine relativ deutliche Sprache: Laut meiner Zeiterfassung habe ich sechs Stunden in den Ausbau der Vorderachse gesteckt, inklusive einigen Aufräumarbeiten. Der Ausbau der kompletten Hinterachse entgegen nahm nur ca. zwei Stunden in Anspruch: Der Sonntag war doch noch gerettet. ;)

Ausgebaute Hinterachse vor dem Firebird Trans Am
Die Achse selber ist mit wenigen Schrauben mit dem Fahrzeugrahmen verbunden und konnte im Anschluss unter dem Fahrzeug hergezogen werden.

Zwei Wochen später ging es dann dem Tank an den Kragen. Diese Aufgabe wiederum ist so unglaublich unspektakulär, dass es davon gar keine Bilder gibt! :)

Wichtig ist, dass für das Ausfädeln des Tanks nach unten genug Platz vorhanden ist. Ein Ausbau des Tanks mit eingebauter Hinterachse ist zwar möglich, aber in diesem Fall muss das Heck extrem hochgebockt werden. In meinem Fall hatte ich aufgrund der fehlenden Hinterachse genug Platz. Der Tank ist mit zwei Spannbändern befestigt und kann nach dem Lösen dieser Bänder nach unten entfernt werden.

Ausgebauter Tank, angelehnt an die Karosserie
Vom Ausbau des Tanks existieren keine Bilder: Dieser ist mit zwei Schrauben und zwei Spannbändern unter dem Fahrzeug festgespannt. Der Ausbau ist problemlos, wenn genug Platz nach unten besteht.

Natürlich ist in der Zeit vom 26. April bis Heute noch mehr passiert. Ich werde in den nächsten Tagen versuchen, weitere Blogeinträge über die Arbeiten der letzten Wochen aufzuarbeiten.

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