Vor ab kommt fest

Trans Am mit montierten Hubcaps vor der mysteriösen Halle

Generell versuche ich, an meinem Trans Am ausschließlich Originalteile zu verwenden. Es gibt aber Ausnahmen, die qualitativ sogar noch besser sind…

Im Project-KITT-Forum gab es vor einigen Wochen eine Diskussion darüber, welche Hubcaps man für die Turbo-Cast-Rims verwenden sollte. Klar, an erster Stelle stehen Originalteile – doch diese sind rar, und qualitativ nicht unbedingt überzeugend. Gerne erläutere ich eine Alternative, die mit etwas zusätzlichem Aufwand auch relativ zukunftssicher ist.

Vier frisch lackierte Hubcaps für Turbo-Cast-Rims
Anfang der Woche kamen die lackieren Hubcaps vom Lackierer – nun wurde es endlich Zeit, die Montage durchzuführen und einen kleinen Artikel zu schreiben.

Generell sollte man sich die Frage stellen, warum die Hubcaps auch gerne als „Bowling Ball Hubcaps“ bezeichnet werden – die originalen Befestigungsmethoden waren nicht sehr überzeugend, so dass bereits kurz nach Auslieferung nicht unerheblich wenige Käufer über verlorene Radkappen klagten. Die Lösung von Pontiac war recht einfach, wurden doch in den nächsten Jahren einfach die Felgen überarbeitet und mit normalen Nabenkappen als „Turbo-Finned-Rims“ angeboten – dies ist für den Erbauer eines K.I.T.T.-Replicas oder den geneigten Restaurator natürlich keine Option.

Trans Am mit montierten Hubcaps vor der mysteriösen Halle
Nach der Montage der Hubcaps sieht der Trans Am direkt anders aus – die schwarzen Radkappen haben einen großen Einfluss auf das Erscheinungsbild.

Natürlich gibt es Felgen und Originalteile, die perfekt zueinander passen – mir sind mindestens zwei Replicas in Deutschland bekannt, die mit Originalteilen ohne weitere Sicherung unterwegs sind und noch keine Radkappen verloren haben. Da ich aber dank jahrelanger Erfahrung gelernt habe, dass die Toleranzen in der Produktion von Teilen sehr großzügig ausgelegt sind, möchte ich mich selber weniger darauf verlassen.

Kommen wir zur Lösung – und diese kommt nicht aus den USA und auch nicht aus Deutschland. Statt dessen finden wir unser Glück in diesem Thema in den Niederlanden – João von Knight Passions bietet in Form seiner Kunststoff-Radkappen ein hervorragendes Produkt an, dass in meinen Augen den Originalteilen in nichts nachsteht. Im Gegensatz zu vielen anderen Replicateilen hebt sich seine Ausführung nicht nur hinsichtlich des Materials (flexibler Kunststoff statt Fiberglas) ab, sondern auch hinsichtlich der rückwärtigen Struktur. Die Radkappen halten an den originalen Montagepunkten der Felgen und sitzen eigentlich recht stramm auf den Turbo-Cast-Rims.

Betonung auf „eigentlich“…

Im April 2014 hat João einen Beitrag im Knight-Rider-Board verfasst, in dem er von Produktionsproblemen berichtet. Unter großer Hitzeeinwirkung beginnen sich die Radkappen leicht zu verformen, die Haltewirkung an der Felge lässt nach – nicht unbedingt vorteilhaft, aber ein sehr offener Umgang mit Problemen, da könnten sich einige andere eine große Scheibe von abschneiden!

Rückseite der Hubcap einer Turbo-Cast-Rim
Die Hubcaps von Joao verfügen über fünf Halteklammern, die an den originalen Befestigungspunkten der Felgen einrasten.

Ist das nun ein Grund auf diese sehr guten Hubcaps zu verzichten? Nein! Ich habe mir einige Gedanken gemacht und das Problem für mein Replica lösen können. Gerne lasse ich auch andere Leute daran teilhaben. Eine Sicherung der Radkappen mit Kabelbindern ist die Regel, doch dies hat direkt mehrere Nachteile:

  • Kabelbinder sind generell recht unflexibel
  • Die Löcher in den Haltenasen müssten recht groß sein, damit Kabelbinder hindurch passen
  • Kabelbinder müssten um 90° gedreht zugezogen werden, um die Haltenasen mit der Felgen zu verbinden
  • Das recht grobe Kunststoff der Kabelbinder würde dauerhaft auf der Felge reiben, da sich die Kabelbinder niemals 100%ig anziehen lassen

Meine Lösung ist so einfach wie unspektakulär. Statt Kabelbinder verwende ich Schweißdraht. Ich habe in drei der fünf Haltenasen jeweils zwei Löcher gebohrt, in die ich den Draht einführe – das Ende führt in Richtung der Felge und führt exakt zwischen zwei Stegen der Turbo-Cast-Rims hindurch. Nachdem die Radkappe auf der Felge montiert ist, sichere ich den Draht durch verzwirbeln, bis dieser stramm und sicher auf der Felge sitzt.

Detailaufnahme einer Haltenase der Hubcap mit Montagelöchern
Zwei nebeneinander liegende Montagelöcher bieten Platz für den Schweißdraht, der anschließend um den Steg der Felge geführt wird.

Da meine Felgen pulverbeschichtet sind, unterlege ich die Kontaktpunkte Draht/Felge mit einer Lage elastischem Textilklebeband. Da der Draht recht spielfrei aufliegt, sollte sich die Reibung in Grenzen halten, das Klebeband verhindert darüber hinausgehende Beschädigungen.

Detailaufnahme eines Stegs der Turbo-Cast-Rims mit montiertem Schweißdraht und Textilklebeband
Unterhalb des Schweißdrahtes wurden zwei bis drei Schichten Textilklebeband aufgebracht, um Abreibungen zu vermeiden.

Alles in allem eine einfache Lösung, die ich jedem Besitzer dieser Radkappen empfehle – eine Demontage ist anschließend nur durch Entfernen der Felge möglich, doch das sollte das kleinere Problem sein. Wer will, kann die Hubcaps auch an allen fünf Befestigungsnasen sichern, doch ich halte drei für mehr als ausreichend (zur sowieso schon vorhandenen Klemmwirkung).

Hubcap auf der Turbo-Cast-Rim vor der Montage auf dem Fahrzeug
Das Ergebnis kann ich sehen lassen: Die Hubcaps sind schon ab Werk fest und werden durch den Schweißdraht zusätzlich gesichert.

Schon erstaunlich, was diese Kleinigkeit am Fahrzeug schon optisch ausmacht – viel Spaß beim Nachbauen!