Überholung des Verteilers

Gerne übersehen und doch elementar wichtig für einen gut funktionierenden Motor: Der Verteiler eines Chevrolet Small Block V8.

Meiner hatte die besten Zeiten definitiv hinter sich. Leichte Korrosionsspuren und deutliche Verschleißerscheinungen an den verbauten Komponenten machten eine Überholung obligatorisch: In diesem Zustand hätte einfach gar nichts mehr funktioniert.

Grundsätzlich ist eine solche Überholung kein Hexenwerk und nahm maximal 1,5 h in Anspruch. Die Demontage des Verteilers ist mit etwas Vorsicht und entschlossenem Vorgehen keine große Schwierigkeit. Ein Sicherungsstift wird herausgetrieben, danach lässt sich der Verteiler in Welle, Fuß und die Verschleißteile zerlegen.

Am Fuß des Verteilers sind die Verschleißteile in Form des Zündmoduls und der Pick-Up-Coil befestigt. Diese beiden Komponenten werden bei Motorrevisionen gerne übersehen, sind aber elementar wichtig für die korrekte Funktion des Verteilers. Sollte eurer Motor nicht sauber laufen, nehmt euch diese Bauteile einmal vor!

Der Fuß wurde von Korrosionsspuren gereinigt und das Zündmodul mit neuer Wärmeleitpaste verbaut. Der Einbau der Pick-Up-Coil ist ebenfalls recht einfach, jedoch ist auf den korrekten Sitz der Spule achten und das Kabel sauber zu verlegen.

Der Zusammenbau erfolgt nach Reinigung und einölen der Welle in berühmt berüchtigter „umgekehrten Reihenfolge“. Ein neuer Verteilerfinger mit neuer Verteilerkappe machen die Überholung (und die Optik) perfekt.

Wir halten fest: Wieder ein kleiner Baustein Richtung funktionsbereitem V8-Motor und restauriertem Pontiac Trans Am!

Die Entstehung eines V8 (Teil 3)

Im dritten und letzten Teil der Serie meiner Motorrevision kommt neben den fehlenden Teilen auch endlich Farbe ins Spiel.

„Keine Kompromisse bei der Motorrevision.“

Dieser Leitlinie bleibe ich treu: Wochenlang habe ich alleine den korrekten Farbton für den Motorblock gesucht. Insider wissen, dass die V8-Motoren der Pontiac Firebird des Modelljahres 1982 noch blau lackiert waren, während ab 1983 im gesamten GM-Konzern die Farbe schwarz verwendet wurde.

Schwarz hätte es deutlich einfacher gemacht, existieren doch mindestens drei verschiedene Blautöne dieser Epoche. Entschieden habe ich mich für „Chevrolet Blue“ des Korrosionsschutz-Depots, schlußendlich eine weise Entscheidung. Das Ergebnis entspricht nicht 100%ig dem Originalfarbton, kommt aber sehr nahe heran und sorgt für einen angenehmen Farbkleks im Motorraum.

Bevor die Farbe aufgetragen werden konnte, galt es noch die Ölwanne zu montieren. Die Ansaugöffnung der Ölpumpe muss im korrekten Winkel bzw. der korrekten Höhe montiert werden, um einen Abriss der Ölversorgung in schnellen Kurven zu vermeiden.

Um das zu erreichen, misst man die Tiefe der Ölwanne auf Höhe der Ansaugöffnung. Ebenfalls zu messen ist die Höhe der Ansaugöffnung, siehe Bilder der Galerie. Nach der Einstellung des korrekten Maßes wird die Ansaugöffnung mit einem schnellen Schweißpunkt fixiert.

Ein letztes Todo vor Abschluss der generellen Motorarbeiten befand sich noch auf der Rückseite des Blocks: Drei Öffnungen waren noch zu schließen, an die ich aufgrund des Motorständers nicht herankam. Mir blieb also nichts anderes übrig, als den schweren Motor mit einem Kran zu heben, zu sichern und die Öffnungen mit Kernlochdeckeln zu schließen. Arbeiten, die kaum der Rede wert sind, aufgrund der Vorbereitung aber relativ aufwendig sind.

Nach Montage der lackierten Ansaugbrücke steht er nun also vor mir, der fast fertiggestellte Chevrolet Small Block V8. Es fehlen Kleinteile wie Geber und Sensoren und Anbaubauteile wie Vergaser und Verteiler. Diese finden in den nächsten Wochen ihren Weg an den Motor, nachdem diese Stück für Stück aufgearbeitet werden.

Dies war der letzte Teil dieser kurzen „Die Entstehung eines V8“ Serie, über die weiteren Arbeiten werde ich individuell und nach Bedarf berichten.

Die Entstehung eines V8 (Teil 2)

Und weiter geht es: Neben der Steuerkette finden auch die Köpfe wieder ihre Position im und am neuen Motor.

Natürlich ging es am Motor weiter: Nach der Montage der Steuerkette konnte der neuer Steuerkettendeckel montiert werden. Dies verfügt über einen Chevrolet-Schriftzug in rot – der Motor soll natürlich im originalen blau lackiert werden. Da der Deckel nach der Montage der Aggregate nicht mehr so gut zu sehen sein wird, schaue ich über diese kleine optische Einschränkung hinweg.

Auch die Köpfe konnten endlich montiert werden. Dies war relativ unspektakulär und binnen einer Stunde erledigt. Vorab wurde Zylinder 1 auf den oberen Totpunkt eingestellt, um die weitere Montage zu vereinfachen. Im nächsten Schritt steht dann die Montage der Ölwanne, des Ventiltriebs und der Ansaugbrücke an – bis Anfang Februar sollte ich damit durch sein.

Weitere Informationen findet ihr in den Beschreibungen der einzelnen Bilder – viel Spaß beim lesen!

Die Entstehung eines V8 (Teil 1)

Stück für Stück wächst das neue Herz von K.I.T.T. heran. V8, 5.0 l Hubraum, überwiegend Neuteile – und ein schöner Bausatz für Erwachsene.

Ich habe mich bewusst dafür entschieden, auch beim Motor keine Kompromisse einzugehen. Der Block wurde daher komplett überarbeitet und überwiegend Neuteile verwendet. Teile, die wiederverwendet werden, wurden vorher eingehend geprüft und aufgearbeitet.

Leider fehlte im gelieferten Satz neuer Kolbenringe ein Ölstreifring – daher konnten nur sieben der acht Kolben final durch den Motorenbauer montiert werden. Ich habe dies am vergangenen Wochenende nachgeholt und auch die Froststopfen sowie die Ölpumpe montiert.

Bei der Ölpumpe ist es wichtig, dass der sog. „Screen“, der als Aufnahmerüssel für das Öl dient, auf der richtigen Höhe montiert wird. Ich habe mich an der alten Ölpumpe orientiert und den Screen darüber hinaus mit einem Schweißpunkt gegen Bewegung gesichert.

Leider habe ich die Keile für die Kurbelwelle verlegt, die ich benötige, um die Steuerkette montieren zu können. Aktuell ist also Pause angesagt, der Motor wurde daher wieder in mehreren Lagen Frischhaltefolie verpackt – die mysteriöse Halle ist kein Reinraum, und Staub in den Buchsen der Zylinder kommt überhaupt nicht gut. In ca. 14 Tagen geht es weiter mit der Montage, dann sollten auch die Köpfe bereits montiert sein.

Ich empfehle euch eine Lektüre der Bildergalerie, wenn ihr wissen möchtet, wie ein Kolben in einem V8 korrekt montiert wird… ;)

Beginn der Motorrevision

Heavy Metal in der mysteriösen Halle: Die externe Überarbeitung des V8-Motors ist abgeschlossen.

Insgesamt fast vier Monate hat die Überholung gedauert: Wartezeit auf Teile, Wartezeit auf Urlaub für den Transport und Wartezeit auf den Dienstleister, der eine hervorragende Arbeit abgeliefert hat.

K.I.T.T. erhält ein Herz, dass sich sehen lassen kann. Bis auf Block, Kurbelwelle, Köpfe und Pleuel wurden sämtliche Teile erneuert: Kolben, Ventiltrieb, Nockenwelle, Ölpumpe und Co. Der Block wurde gereinigt, auf Übermaß gebohrt und gehohnt. Alle Lager wurden erneuert, die Köpfe geplant und die Kurbelwelle geschliffen und poliert.

Natürlich musste es so kommen, dass exakt ein Ölstreifring im Überholsatz fehlte. Summit Racing hat wie immer hervorragend reagiert und umgehend kostenlosen Ersatz zugeschickt, der natürlich zwei Tage nach Abholung des Motors eintraf.

Hier darf ich also nochmals ran, und am Wochenende den fehlenden Kolben montieren. Und die Ölpumpe. Und die Ölwanne. Und die Köpfe. Und den Rest. Ich freue mich sehr darauf, weiß aber auch, dass ich noch einige Monate damit beschäftigt sein werde.

Ich möchte gerne ein großes Dankeschön an die Firma BM-Motoreninstandsetzung aus Bergheim aussprechen. Herr Knierim und Herr Gasch haben eine hervorragende und zuverlässige Arbeit geleistet. Dank solchen Partnern kann ein solches Projekt erst erfolgreich durchgeführt werden!