Letzter Feinschliff

Die Punkte auf der Todo-Liste der zweiten Probefahrt waren überschaubar – und die Erledigungen dieser Punkte bei weitem nicht so aufwendig wie die nach der ersten…
Beim Anfahren an einer Ampel und beim Lastwechsel machte der Wagen ein schlagendes Geräusch – meine Vermutung: Die Getriebelagerung ist gebrochen. Diese typische Krankheit der TH700-Getriebe ist also auch ein Thema beim TH200. Mich wundert es ehrlich gesagt nicht, dass nach diesem unrunden Motorlauf der ersten Probefahrt mit den damit verbundenen Vibrationen das Material aufgegeben hat.

Vor der Vollabnahme wollte ich dieses Problem unbedingt noch lösen, da ich ja den ein oder anderen km zu fahren hatte. Dank Cars & Stripes waren die Teile (wie immer) schnnell und fristgerecht da, also ab auf die Hebebühne, Getriebe abgestützt und das gebrochene Lager abgeschraubt. Ich werde hier nicht auf alle Details eingehen, wer mag schaut sich zusätzlich den Beitrag „Getriebe? Halt ma!“ von August 2011 an, dort habe ich die Getriebelagerung an meinem alten 92er Firebird gewechselt.

Getriebe mit Kantholz als temporärer Stütze
Das Getriebe muss beim Wechsel der Getriebelagerung natürlich abgestützt werden, dies erledigt hier ein Wagenheber mit Kantholz…

Erstaunlicherweise ist die Beschädigung im eingebauten Zustand fast nicht zu sehen – liegt die Getriebehalterung aber vor einem, wird der Riss sehr deutlich – das Getriebe schlägt beim Lastwechsel auf den Träger und diese Bewegung verursacht das schlagende Geräusch.

Alte und neue Getriebehalterung im Vergleich
Oben die neue Getriebelagerung, unten die alte zerbrochene. Diese Beschädigung sorgte für das laute Schlagen beim Lastwechsel…

Schnell alles sauber gemacht, wieder zusammengesteckt und alles verschraubt – ich habe mir Zeit gelassen und ca. 15 Minuten gebraucht. Es ist eine sehr überschaubare Arbeit, vor allem wenn man die Chance hat, auf einer Hebebühne zu arbeiten.

Montiere Getriebelagerung am Getriebe
Nach ca. 15 min. Arbeit ist die neue Getriebehalterung an ihrem vorgesehen Platz…

Ein anderer Punkt, der mich störte, war das Motorgeräusch. Es war deutlich zu hören, dass der Krümmer der Beifahrerseite nicht wirklich dicht ist – es knatterte beim Gasgeben, ein Geräusch, dass mir von meinem 92er Firebird ebenfalls noch sehr wohl bekannt ist. Waren es bei diesem jedoch abgerissene Krümmerschrauben, die nicht „mal eben“ zu reparieren waren, sieht die Sache beim V8 doch etwas anders aus.

Krümmer der Beifahrerseite mit gelösten Krümmerschrauben
Dank Entfernung der Klimaanlage ist zumindest auf der Beifahrerseite Platz genug…

Dank der Entfernung der Klimaanlage war es ein Kinderspiel, die Schrauben zu lösen – mindestens vier der Krümmerschrauben waren sowieso nur noch handfest. Einer der Vorbesitzer hat eine Krümmerdichtung nachgerüstet, ab Werk wurden die Fahrzeuge nämlich ohne ausgeliefert. Wie auf dem folgenden Bild zu sehen, war aufgrund der Hitze nicht mehr viel von den Dichtungen vorhanden.

Alte und neue Krümmerdichtungen im Vergleich
Wie auf dem Bild zu sehen, sind die alten Krümmerdichtungen wirklich zerschossen. Kein Wunder, dass er hier undicht war…

Die neuen Dichtungen wurden von oben eingesetzt, alle Bolzen gereinigt und mit dem entsprechenden Drehmoment angezogen. Die Bolzen werden nicht blind angeknallt, ein gleichmäßiges Drehmoment ist sehr wichtig. Die Dichtung der Fahrerseite habe ich mir direkt aus drei Gründen gespart: Zum einen ist diese Seite noch dicht, daher besteht kein unmittelbarer Handlungsbedarf. Zum zweiten ist mit dem Bremskraftverstärker und dem Hauptbremszylinder die Fahrerseite doch um einiges mehr verbaut und der Wechsel daher etwas aufwendiger (aber bei weitem nicht unmöglich). Zu guter letzt wird der Trans Am auf mittelfristige Sicht eine komplett neue Auspuffanlage inkl. neuer Krümmer erhalten – ich würde die Arbeit also doppelt machen.

Nach einem Testlauf war klar, dass alles geklappt hat – der Motor schnurrt und im Stand ist kein „Knattergeräusch“ mehr zu hören. „Rien ne va plus“, wie der Franzose sagt – der Trans Am ist fertig für die Vollabnahme!

Kalt und Warm

Ab und zu braucht man eine Pause, so ich auch am gestrigen Abend. Am Mittwoch Abend allerdings habe ich nochmals Gas gegeben…
Die erfreuliche Erkenntnis: Der Motor läuft, auch bei einem kompletten Kaltstart. Die Drehzahl steigt auf ca. 2.000 Umdrehungen und steht dort zuverlässig. Ein Rangieren des Fahrzeugs auf unsere Hebebühne war absolut kein Problem, der Motor ging nicht ein einziges Mal aus – kein Vergleich zum vorherigen Verhalten, da ging er ca. 5-8 x aus.

Die nicht so erfreuliche Erkenntnis: Von einem Termin am Samstag habe ich Abstand genommen. Es wäre zu hektisch geworden und ich hätte zu viele Kompromisse eingehen müssen. Der Wagen steht nun fünf Jahre, auf vier weitere Wochen kommt es da nicht an – ich mache meine Arbeiten lieber gründlich und richtig! Davon abgesehen ist Mittwoch Abend noch kein Paket gekommen, es wäre also sehr knapp geworden – ich habe an dem Abend noch das Motoröl gewechselt und kleine Arbeiten erledigt.

Heute Abend geht es nochmals in die mysteriöse Halle – es sind noch ein paar andere Dinge zu erledigen, da morgen trotz der Absage der HU-Untersuchung ein wichtiger Termin ansteht – außerdem muss ich, mal wieder, Ordnung schaffen! :)

Fortschritte

Der nächste Schwung an Teilen ist da, die Montage des Motors kann weiter gehen – und es wurde mehr geschafft, als gedacht!
Die SMS von der Deutschen Post bedeutete für mich abendliche Arbeit, denn die Lieferung von Mike & Franks kam in Rekordzeit an. Ab zur Halle und die Punkte nacheinander abgearbeitet. Zu Anfang habe ich die beiden Keilriemen von Servopumpe und Lichtmaschine erneuert, danach konnte ich den Lüfter samt Lüfterverkleidung wieder montieren. Anschließend wurden zum großen Teil neue Unterdruckschläuche verbaut und verlegt, danach erfolgte ein erster Probelauf des Motors, dieser sprang nach einigem Orgeln auch an und lief – etwas unrund, aber lief.

Im nächsten Schritt ging es an die Optimierung, ich stellte die Zündung des Motors ein um eine Basis zu schaffen. Elementar wichtig ist hier, dass man vor der Einstellung die Verbindung zum Bordcomputer trennt! Dies wird bei dem 82er LG4 über einen vierpoligen Stecker in der Nähe des Verteilers erledigt. Eine Prüfung mit der Stroboskoplampe ergab eine Zündeinstellung von ca. 2°, laut Angaben zum Motor sollte er aber 6° haben – schon hat sich die Arbeit gelohnt! Die Einstellung war in der Folge eine Sache von Minuten.

Nach der Zündungseinstellung machte ich mich an die erneute Montage des Chokes – sicherheitshalber habe ich von einem Spendermotor aus dem Fundus den Choke samt Gehäuse demontiert, um die Wellen auf Spiel zu prüfen, doch beide Gehäuse waren absolut identisch. Nur dank der fabelhaften Hilfe von Nina gelang es uns gegen 23:45 Uhr, die Welle des Chokes mit dem Hebel innerhalb des Vergasergehäuses zu verbinden – eine schlimme Fummelarbeit, doch auch diese hat sich gelohnt, der Choke ist wieder montiert und gängig!

0:00 Uhr, Geisterstunde – der spannende Moment: Der wieder erkaltete Motor wird zum ersten Mal komplett zusammengebaut getestet. Ein kurzer Tritt auf das Gaspedal und die Chokeklappe geht zu – sehr gut. Zündschlüssel gedreht und der Motor startet sofort, die Drehzahl springt auf 1.200 Umdrehungen und steigt langsam bis ca. 2.000 Umdrehungen. Genau so soll es sein und ist absolut kein Vergleich zu den Startversuchen in der Vergangenheit!

Die Temperatur des Motors liegt nach wenigen Minuten bei ca. 200° Fahrenheit, auch dieses Verhalten ist neu – vor den Arbeiten lief der Motor viel zu kalt. Meine Vermutung ist, dass der Motor aus diesem Grund niemals den sog. „Open Loop“, also die Warmlaufphase des Motors, verlassen hat und daher sehr angereichert (= fett) lief.

Bei allen positiven Erkenntnissen am gestrigen Tag, leider blieb bei all den Arbeiten eine Sache auf der Strecke: Die Bilder. Dieses Mal gibt es nur ein Foto vom Endresultat… ;)

Montierter Motor im Motorraum
Der Motor nimmt wieder Formen an, nur der Gebläsekasten fehlt noch…

Was bleibt in den nächsten beiden Tagen noch zu tun, die Todo-Liste verrät es uns:

  • Lambdasonde wechseln
  • Div. Geber (Temperatur, Öldruck) wechseln
  • Thermostat erneuern
  • Motorkabelbaum prüfen und reparieren
  • Unterdruckschläuche tauschen
  • Choke des Vergasers reparieren
  • Zündung einstellen
  • Motoröl wechseln
  • Getriebedichtung erneut wechseln
  • Non-AC-Gebläsekasten im Motorraum verbauen
  • TV Cable einstellen

Hoffentlich spielen die Lieferanten mit – der Non-AC-Gebläsekasten muss eigentlich heute kommen, im Zweifelfall muss ich hier den normalen Kasten übergangsweise erneut verbauen. Das Getriebe muss ich ebenfalls noch zweimal öffnen – der Lieferant hat sich zwar gemeldet und kümmert sich zeitnah um eine Ersatzlieferung, doch die neuen Filter kommen frühstens im Laufe der nächsten Woche.

Ich bin guter Dinge, dass die Arbeiten am Motor sich gelohnt haben…!

Wochenendarbeiten

Um genau zu sein, wurde am Wochenende gar nicht am Trans Am gearbeitet – alles nachfolgende habe ich am Donnerstag und Freitag geleistet, stellenweise bis tief in die Nacht. Aber es hat sich gelohnt, denke ich…
Es begann am Donnerstagnachmittag, mit der schönen Nachricht, dass ein Paket aus den Staaten angekommen ist. Die Komponenten für den Ausbau der Klimaanlage bzw. die Umrüstung auf Non-AC-Komponenten kommen in zwei Paketen. Leider hatte ich in einem Punkt kein Glück, der von mir jetzt noch nicht benötigte Kasten für den Motorraum ist leider im zweiten Paket.

Verpackter Kasten des Non-AC-Gehäuses
In einem festen Karton ist die erste Teillieferung aus den USA eingetroffen…
Ausgepackter Kasten
Der alternative Kasten der Fahrzeuge ohne Klimaanlage wird mit Seilzügen betätigt und kommt daher ohne Vakuum aus…
Kontrolleinheit ohne Klimaanlage
Das Bedienelement für das Armaturenbrett ist deutlich reduzierter als die Version mit Klimaanlage…

Ich hoffe sehr, dass der Kasten für den Motorraum im Laufe der nächsten Tage kommt – sonst habe ich ein Terminproblem, mehr dazu später.

Neben den Teilen für die Rückrüstung der Klimaanlage kam auch noch ein eher unspannendes Paket mit KFZ-Leitungen. Bei dem Bau eines authentischen K.I.T.T.-Replicas ist doch der ein oder andere Meter an zusätzlichen Leitungen notwendig! :)

KFZ-Leitungen in Meterware
Die erste Lieferung an KFZ-Leitungen für den Innenausbau ist ebenfalls eingetroffen…

Nach dem Eintreffen in der mysteriösen Halle habe ich meine Arbeiten bei der Entfernung der Klimaanlage fortgeführt. Auch der Innenraum sollte wieder zusammengebaut werden, doch aufgrund des schönen Wetters verlagerte ich meine Arbeiten stellenweise nach draußen. Der Instrumentencluster hatte leider ein paar unschöne Stellen, und aus diesem Grund nahm ich mir eine Stunde mehr Zeit, um es direkt richtig zu machen:

Ausgebauter und zerlegter Instrumentencluster
Die Abdeckung des Instrumentenclusters hat einen fiesen Kratzer…
Kratzer in der Pflexiglass-Abdeckung
… direkt über einem der Rundinstrumente. Ein Gestaltungsanlass!
Drei Instrumentencluster in Reihe
Dank Fundus habe ich genug Instrumentencluster als potentielle Spender zur Verfügung…
Metallklammer für Instrumentencluster
Die Abdeckung der Streuscheibe für Blinker und Fernlicht fehlte bei meinem 82er…
Geschliffene Metallklammer
Mit einem Dremel wurde ein entsprechendes Teil aus dem Spendercluster bearbeitet…
Lackierte Metallklammer
… und im Anschluß entsprechend lackiert.
Zusammengebauter und reparierter Instrumentencluster
Der neu zusammengebaute Instrumentencluster kann sich wieder sehen lassen, fast schon eine Art Teilrestauration…

Ich denke so kann man den Cluster ruhigen Gewissens wieder verbauen. Schönes Detail am Rande: Im Jahr 1982 war der Instrumentencluster noch aus blauem Kunststoff gefertigt – in allen anderen Modelljahren ist dieser weiß. Vermutlich wieder ein Detail, dass nur mir auffällt… ;)

Auch ein anderes Teil der Innenverkleidung hat ein derartige Verschönerung erhalten, in dem Fall ist es aber ein Testballon – ich hatte ursprünglich vor, alle Bleche galvanisch behandeln zu lassen, und auf eine Lackierung zu verzichten. Mal sehen, wie der Lack im Laufe der nächsten Monate hält.

Innenverkleidung mit angerostetem Halteblech
Auch die Bleche an der Innenverkleidung sahen einmal besser aus…
Lackiertes Halteblech an Innnenverkleidung
… hier hilft auch ein wenig Lack, um das Ergebnis zu verschönern. Testweise, um zu sehen, ob er auch hält…

Im Motorraum habe ich mich dann dem Kabelbaum und den abgerissenen Kabeln am Stecker des Temperaturgebers gewidmet. Der Kabelbaum ist größtenteils geprüft und neu isoliert, Temperaturgeber, Lambdasonde, Thermostat und div. andere Kleinteile gewechselt. Dank meiner Arbeiten über den Winter, und nicht zuletzt dank der Sortierung der zerlegten Kabel durch Nina, konnte ich mir schnell einen passenden Stecker zusammenbauen.

Bestandteile eines neuen Steckers
Dank der geleisteten Arbeit im Winter kann ich mir meine Steckverbindungen nun basteln…
Montierter Stecker am Temperaturgeber
Zusammengesteckt und testweise zusammengebaut: Der neue Stecker für den Temperaturgeber…
Stecker der Ansaugbrücke mti defekten Kabeln
Die Steckverbindung des Temperaturgebers an der Ansaugbrücke hatte einen Austausch dringend nötig…
Ausgetauschter Stecker an der Ansaugbrücke
Der ausgetauschte Stecker ist samt neuem Temperaturgeber an seinem Platz…
Alte und neue Lambdasonde im Vergleich
Die Lambdasonde wurde ebenfalls ausgetauscht, ist sie für den Motorlauf doch eine sehr wichtige Komponente…

Alle Zündkabel sind wieder montiert, alle Bestandteile der Klimaanlage samt Kompressor und Klimakühler aus dem Motorraum verbannt. Die Teile werden natürlich sauber eingelagert und für den Fall der Fälle wieder bereit gehalten, der Umbau ist natürlich komplett reversibel.

Fast fertiggestellter Motorraum
Neue Zündkabel sind montiert, der Motorraum fast wieder komplett. Die Erneuerung der Unterdruckschläuche steht noch aus…

Im Laufe dieser Woche werde ich die Unterdruckschläuche tauschen und den Motorraum wieder komplett zusammenbauen. Ich hoffe sehr, dass der Motor im Anschluss wieder etwas runder läuft. Wenn alles klappt, soll der Wagen am Mittwoch auf die Bühne – dann wird die Dichtung des Automatikgetriebes erneut getauscht, da diese etwas schwitzt. Ich würde ja auch gerne den Filter tauschen, doch der war bei der Ersatzteilbestellung nicht dabei und der Händler meldet sich aktuell nicht – wir werden sehen, was hier noch passiert…

Beim Blick auf die aktuelle Todo-Liste stellen wir fest:

  • Lambdasonde wechseln
  • Div. Geber (Temperatur, Öldruck) wechseln
  • Thermostat erneuern
  • Motorkabelbaum prüfen und reparieren
  • Non-AC-Gebläsekasten im Motorraum verbauen
  • Unterdruckschläuche tauschen
  • Choke des Vergasers reparieren
  • Zündung einstellen
  • Getriebedichtung erneut wechseln
  • TV Cable einstellen
  • ggf. einige Innenraumteile tauschen

Und warum jetzt die Eile? Eventuell geht der Wagen am Samstag zur Vollabnahme – doch bis dahin ist doch noch das ein oder andere zu tun, drückt mir die Daumen! :)