Stetiger Fortschritt

Fahrzeuginnenraum nahezu fertiggestellt

Wie schon mehrfach erwähnt: Nur weil im Blog Ruhe herrscht, bedeutet das nicht, dass es nicht weitergeht. Der Trans Am ist nahezu fertiggestellt!
Die letzten Wochen habe ich intensiv damit verbracht, meinen Trans Am wieder fertigzustellen. Im Rahmen des Zusammenbaus haben sich drei besondere Herausforderungen herauskristallisiert:  Die Heizung, die Beschaltung des Zentralsteckers und  fehlende Leitungen im Kabelbaum. Und ich nehme es direkt vorweg: Ich konnte alle Probleme lösen.

Die Heizung: Restarbeiten notwendig

Wie bereits erwähnt, hatte ich vor, den Heizungskühler auszutauschen. Nach über 30 Jahren im Fahrzeug war nun eine ideale Gelegenheit gekommen, denn bis zur anstehenden Lackierung komme ich nicht mehr so gut an diesen heran.

Leider haben mir die Ingenieure von GM einen Strich durch die Rechnung gemacht – der von meinem Hauslieferanten Cars & Stripes gelieferte Heizungskühler passte nicht. Obwohl laut Unterlagen von 1982 bis 1992 das identische Teil verbaut wurde, ist dieser ein Stück zu breit – ich werde der Sache also während der Lackierungsphase auf den Grund gehen müssen, bis dahin habe ich das Originalteil im neuen Heizungsgehäuse verbaut.

Das aufbereitete Gehäuse wurde mit 5 mm starken Moosgummimatten isoliert, die selben Matten wurden auf der Innenseite der Firewall angebracht, damit war das Fahrzeug für den Einbau des Gehäuses vorbereitet. Auf der Beifahrerseite wurde die vorhandene Lüftungsklappe der Klimaanlage gegen eine mit Moosgummimatten beklebten Lexanplatte ausgetauscht.

Firewall mit aufgeklebten Moosgummimatten
Die Öffnung der Firewall für das Heizungsgehäuse wurde mit 5 mm starken Moosgummimatten abgedichtet.
Heizungsgehäuse mit aufgeklebten Moosgummimatten
Auch auf dem Gehäuse wurden die passenden Moosgummimatten angebracht.
Lüftungsklappe im Beifahrerfußraum vor dem Ausbau
Die Lüftungsklappe im Beifahrerfußraum ist ersatzlos entfallen. Die entstehende Öffnung muss anderweitig geschlossen werden…
Montierte Lexanplatte statt der originalen Lüftungsklappe
Eine ca. 1 mm starke Lexanplatte, ebenfalls mit Moosgummi beklebt, schließt die entstandene Öffnung zuverlässig vor Zugluft.

Das Verlegen der Bowdenzüge für die Heizung war ebenfalls eine kleine Herausforderung – grundsätzlich geht nicht hervor, welchen Weg die Bowdenzüge im Fahrzeug nehmen sollen. Dank den vorhandenen Service Manuals in der mysteriösen Halle konnte ich hier jedoch schnell eine Lösung finden.

Der letzte Schritt beim Einbau der Heizung war das Anfertigen eines neuen Kabelbaums für selbige. Da die Klimaanlage ersatzlos entfallen ist, konnte ich auch einige Steckverbindungen und Leitungen entfernen. Ich habe hier – wie immer – ein Teil aus dem Fundus bearbeitet und das Originalteil eingelagert. Bei Zeiten werde ich alle eingelagerten Originalteile unabhängig vom Fahrzeug aufarbeiten und auf diese Weise gleichzeitig restaurieren, als auch mein Replica aufbauen.

Aufbereiteter Kabelbaum der Klimaanlage
Nicht mehr notwendige Leitungen wurden entfernt, die Isolierung mit Textilgewebeband erneuert.
Motorraum mit montiertem Gebläsekasten
Der Gebläsekasten fand mitsamt dem neuen Kabelbaum seinen Weg ins Fahrzeug und sorgt für eine saubere Optik des Motorraums.

Die Beschaltung des Zentralsteckers: Unerwartete Probleme

Einige (wenige) Nerven gekostet hat mich der Zentralstecker der Elektrik. Diese, in den Service Manuals als „C100“ bezeichnete Steckverbindung, verbindet den Kabelbaum des Armaturenbretts mit den Verbrauchern im Motorraum (Scheibenwischermotor, Beleuchtung, etc.).

Montierter Zentralstecker im Fußraum der Fahrerseite
Der Zentralstecker befindet sich im Fahrerfußraum (logischerweise) an der Firewall und ist dort mit zwei Schrauben verschraubt.

Der von mir überarbeitete Kabelbaum stammt aus einem Modelljahr 1984, ist also zwei Jahre jünger als das Originalteil meines Fahrzeugs. Ich hatte damit gerechnet, dass hier keine große Anpassungen erfolgt sind – und eigentlich hatte ich damit auch Recht. Bis auf fünf Verbindungen, von denen drei für mich komplett unrelevant waren (Verwendung bei einem Schalt- statt Automatikgetriebe) waren diese in der Tat identisch. Ich war so überzeugt von meiner Vermutung, dass ich die Beschaltung vor dem Einbau nicht mal überprüft hatte.

Fazit des ersten Testlaufs nach Anschluss der Batterie: Nicht viel funktionierte. Der Trans Am sprang sofort an, doch ansonsten war vieles tot: Blinker, Warnblinker, Beleuchtung, Hupe, Instrumente – mich beschlich ein leichter Anfall von Panik.

Zentralstecker C100 vom Motorraum aus gesehen
Der Zentralstecker ist im Motorraum gut zu sehen. Dort sind zwei kombinierte Stecker montiert und zur Sicherheit mit einer Schraube gesichert.

Ein Check des C100 führte aber zur Auflösung des Problems: Ausgerechnet die zentrale Spannungsversorgung des Armaturenbretts hat von 1982 zu 1984 ihre Position in der Steckverbindung geändert. Da ich die notwendigen Werkzeuge zur Entriegelung aller GM-Stecker besitze, war die Anpassung eine Sache von wenigen Minuten.

Nicht alle Probleme wurden durch diese Ursache hervorgerufen – konnten aber alle gelöst werden, durch den Einbau eines Blinkgebers, eines Relais für die Hupe und dem vertauschen zweier Stecker für den Instrumentencluster.

Fehlende Leitungen im Kabelbaum: Klassischer Fall von Prototyp

Wer den oberen Teil aufmerksam gelesen hat, dem ist vielleicht aufgefallen, dass es Abweichungen bei fünf Leitungen im Zentralstecker gab. Drei davon waren unrelevant und eine war die falsch positionierte Spannungsversorgung. Die fünfte Leitung war eine ganz wichtige: Diese gehörte zum Scheibenwischer.

Ab 1984 wurde ein anderer Scheibenwischermotor verwendet, der auch anders angesteuert wird. In meinem Fahrzeug führt eine abgesicherte Leitung durch den Zentralstecker zum Scheibenwischermotor, Masse wird über den Wischerschalter an den Scheibenwischermotor angelegt. In den späteren Modelljahren wird jedoch die Spannung über den Wischerschalter geschaltet, ergo: Der Scheibenwischer hat bei mir ursprünglich überhaupt nicht funktioniert.

Die Lösung war simpel und effektiv: Ich habe eine neue Leitung vom Zentralstecker zum Sicherungskasten gelegt und diese Schaltung gegen die Originalschaltung ausgetauscht. Die stillgelegte Leitung befindet sich noch im Kabelbaum, wird aber während der Lackierung aus dem Kabelbaum entfernt.

Leitung für den Scheibenwischer vor Montage im Zentralstecker
Eine neue Leitung für den Scheibenwischer wurde eingezogen und unsichtbar im originalen Kabelbaum verlegt.

Zusätzlich zu der in weiß gehaltenen Versorgungsleitung habe ich noch einen zusätzlichen Masseanschluss für den Wischerschalter gelegt, der über diesen bei Betätigung weitergegeben wird. Zu diesem Zweck habe ich dem Originalstecker ein schwarzes Kabel hinzugefügt und den originalen Massepunkt seitlich der Lenksäule verwendet. Auch diese Leitung wird im Rahmen der Lackierungsphase noch etwas sauberer verlegt.

Das Fazit: Bereit für die Straße

Nach all diesen kleineren und größeren Herausforderungen wurde der Zusammenbau gestern weitestgehend abgeschlossen. Gerade im Bereich der Lenksäule ist die Menge der verbauten Leitungen beachtlich – doch alle Verkleidungen ließen sich mit etwas Überzeugungsarbeit montieren.

Verlegte Leitungen im Bereich der Lenksäule
Gerade im Bereich der Lenksäule treffen sehr viele Leitungen zusammen. Die Montage aller Komponenten war eine fordernde Aufgabe.

Unterschiede in der Leitungsbelegung gab es auch bei der Mittelkonsole, denn ich musste erneut den Fundus bemühen – ein passender Kabelbaum zur Beleuchtung der Mittelkonsole war schnell gefunden und wurde ebenfalls etwas aufgearbeitet.

Beide Kabelbäume der Mittelkonsole im Vergleich
Nicht nur der Kabelbaum der Klimaanlage wurde aufbereitet, auch wurde ein Kabelbaum für die Beleuchtung der Mittelkonsole aufgefrischt.

Der aktuelle Stand kann sich nun sehen lassen. Der Trans Am sieht wieder aus wie ein Auto, die Mittelkonsole samt neuem Bedienelement für die Heizung/Kühlung ist montiert, das Fahrzeug nahezu fertiggestellt.

Reduziertes Bedienelement der Klimaanlage
Das neue Bedienelement im Armaturenbrett macht deutlich, dass das Fahrzeug keine Klimaanlage mehr besitzt.
Fahrzeuginnenraum nahezu fertiggestellt
Armaturenbrett, Mittelkonsole und Sitze sind montiert, das Fahrzeug ist fast fahrfertig.

Morgen plane ich das Radio einzubauen und einige Arbeiten vornehmen, die noch auf der Todo-Liste stehen. Spätestens am Wochenende wird der Trans Am dann aus der mysteriösen Halle in die Saison entlassen, rechtzeitig zum (typischen) Saisonanfang am 1. April.

Spannend wird es noch bei den anstehenden Testläufen der neu verlegten Sekundärverkabelung, deren Leitungen aktuell alle im Beifahrerfußraum zusammenlaufen. Hier ist zu prüfen, ob alle geplanten Schnittstellen wie erhofft funktionieren.

Schnittstellen im Beifahrerfußraum
Alle verlegten Schnittstellen laufen im Fußraum der Beifahrerseite zusammen. Stecker werden erst montiert, wenn die Testphase abgeschlossen ist.

Treten unerwartete Probleme auf? Spätestens kommende Woche weiß ich mehr… :)