Keine Kompromisse

Zwei PANP-Taster mit unterschiedlich starken Beleuchtungsstärken

Am Fahrwerk muss etwas passieren, das merke ich bei jeder Fahrt sehr deutlich – warum also nicht jetzt schon einfach anfangen?
Eine gute Planung und Vorbereitung ist alles – aus diesem Grund habe ich mich in den letzten Wochen intensiv mit Prioritäten auseinandergesetzt und einen Plan für die nächsten drei Monate aufgestellt. Dieser beinhaltet all die Dinge, die vor der Lackierung erledigt werden müssen, u.a. auch die Aufarbeitung und den Einbau der gesperrten Hinterachse.

Bevor es an die erste Aufgabe für den Monat Juni ging, habe ich noch eine technische Idee ausprobiert. Ich möchte es gerne „hell“ haben in meinem Replica – richtig hell! Nahezu alle Schalter und Taster sind beleuchtet, doch diese Beleuchtung soll auch anzeigen, wenn eine Funktion aktiviert ist – was also tun?

Die Lösung ist einfach: Ein Gleichstrom-Spannungswandler sorgt für eine stabile Spannung von 7-8 Volt für die dauerhafte Hintergrundbeleuchtung. Eine aktivierte Funktion erhält die vollen 12 Volt durchgereicht und leuchtet daher heller. Ich habe einen Testaufbau mit PANP-Tastern gemacht und das Ergebnis ist überzeugend.

Zwei PANP-Taster mit unterschiedlich starken Beleuchtungsstärken
Neben der vollständigen Beleuchtung bei Aktivierung einer Funktion steht auch eine abgedunkelte Variante als Hintergrundbeleuchtung zur Verfügung.

Nach dieser „sauberen“ Arbeit ging es zur Sache. Ich habe es in „Hinterachsfragen“ schon angesprochen, es soll eine gesperrte Achse ihren Weg ins Fahrzeug finden. Wie der Titel dieses Eintrags schon vorwegnimmt, baue ich die Achse natürlich nicht einfach so ein, sondern arbeite diese vorher auf. Alles, was jetzt passiert, kann noch vor der Lackierung im Fahrzeug getestet und Probleme so vermieden werden.

Die neue alte Hinterachse habe ich aufgebockt und den Differentialdeckel entfernt. Für dieses Wochenende war nur wichtig, das alte Öl aus dem Differential zu bekommen – in der mysteriösen Halle ist nun ein gewisser „Duft“ in der Luft… :)

Aufgebockte Hinterachse mit gelockertem Differentialdeckel
Die Hinterachse wurde von ihrem Transportgestell auf Böcke gehoben und das Öl abgelassen.
Aufgebockte Hinterachse mit entferntem Differentialdeckel
Der (hässliche) Differentialdeckel konnte komplett entfernt werden, nachdem das Öl abgelassen wurde.

Mehr Arbeit wurde in die Bremssättel investiert. Da diese Sättel nicht den allerbesten Ruf genießen, aber andere aktuell nicht in Frage kommen, habe ich mich in das Thema etwas eingelesen. Es existiert ein Service-Rückruf von General Motors, in dessen Zusammenhang ein Überholsatz angeboten wird. Dieser beinhaltet neue Bremskolben und alle relevanten Dichtungen, daher werde ich den Bremskolben komplett überholen.

Bremssattel in der Demontage
Zwei 3/8″-Nüsse helfen enorm bei der gewaltfreien Demontage der Führungshülsten.
Teile der hinteren Bremssättel auf einen Blick
Sauber zerlegt machen beide Bremssättel einen guten Eindruck, der Teufel steckt jedoch im Detail.

Nach der Demontage zeigt sich dann auch schnell, dass dieser Schritt eine gute Idee war – die Kolben sehen nicht mehr wirklich vielversprechend aus. Auch wenn man dies mit feinem Nassschleifpapier wieder in den Griff bekommen würde, mit neuen, verbesserten Bremskolben fühle ich mich sicherer.

Nach der Zerlegung der Bremssättel habe ich diese mit der Drahtbürste bearbeitet und auf diese Weise grob vorgereinigt.

Abgeschliffener und ungeschliffener Bremssattel im Vergleich
Links kam bereits die Drahtbürste auf der Bohrmaschine zum Einsatz, rechts steht dieser Einsatz noch aus.

Da das Rostschutz-System POR-15 zum Einsatz kommt, sind umfangreiche Vorarbeiten notwendig. Nach einer Reinigung mit „MarineClean“ zum Entfetten und Säubern kommt „MetalReady“ zum Einsatz. Diese leuchtend blaue Chemikalie ätzt im Prinzip das Metall an, damit der Lack besser greifen kann. Es ist wichtig, dass die Oberfläche 20-30 min. schön feucht gehalten wird, ich habe die Bremssättel daher immer wieder eingesprüht.

Vorbehandelter Bremssattel, bereit zur Lackierung
Nach der Verwendung von MarineClean und MetalReady sieht man dem Metall die Bearbeitung an – nun kommt POR-15 an die Reihe.

Nach dem großzügigen Abwaschen der Überreste von MetalReady war es dann Zeit für den Lack. Ich habe POR-15 mit einem Löffel aus der Dose geholt und diese wieder gut verschlossen – man sollte nicht direkt aus der Dose arbeiten, da kleinste Verunreinigungen die nicht unbedingt preisgünstige Farbe versauen können. Danach habe ich mit einem kleinen Borstenpinsel gearbeitet und die Bremssättel lackiert.

Lackierter Bremssattel an seiner Aufhängung
Mit einem dünnen Pinsel wurde eine Schicht POR-15 aufgetragen – die abschließende Schicht soll mit speziellem Bremssattellack von POR-15 erfolgen.

Normalerweise sind zwei Schichten notwendig, die zweite Schicht wird nach einer Trocknungszeit von 4-6 h empfohlen – ich habe hier jedoch auf die zweite Schicht verzichtet, da die Bremssättel nicht schwarz werden sollen. Auch wenn ich kein Fan vieler Farben an einem Auto bin, möchte ich die Bremssättel doch etwas hervorheben: Im Laufe der nächsten Woche kommt daher ein spezieller Bremssattellack, ebenfalls von POR-15, zum Einsatz.

Zu guter letzt habe ich mir noch was wegen dem Blog überlegt – da ich in den letzten Wochen fast immer am Wochenende in der mysteriösen Halle war, werde ich versuchen, wöchentliche Blogeinträge einzuführen – und jeden Montag über die gelaufenen Arbeiten der Vorwoche berichten.