Fortschritte

Der nächste Schwung an Teilen ist da, die Montage des Motors kann weiter gehen – und es wurde mehr geschafft, als gedacht!
Die SMS von der Deutschen Post bedeutete für mich abendliche Arbeit, denn die Lieferung von Mike & Franks kam in Rekordzeit an. Ab zur Halle und die Punkte nacheinander abgearbeitet. Zu Anfang habe ich die beiden Keilriemen von Servopumpe und Lichtmaschine erneuert, danach konnte ich den Lüfter samt Lüfterverkleidung wieder montieren. Anschließend wurden zum großen Teil neue Unterdruckschläuche verbaut und verlegt, danach erfolgte ein erster Probelauf des Motors, dieser sprang nach einigem Orgeln auch an und lief – etwas unrund, aber lief.

Im nächsten Schritt ging es an die Optimierung, ich stellte die Zündung des Motors ein um eine Basis zu schaffen. Elementar wichtig ist hier, dass man vor der Einstellung die Verbindung zum Bordcomputer trennt! Dies wird bei dem 82er LG4 über einen vierpoligen Stecker in der Nähe des Verteilers erledigt. Eine Prüfung mit der Stroboskoplampe ergab eine Zündeinstellung von ca. 2°, laut Angaben zum Motor sollte er aber 6° haben – schon hat sich die Arbeit gelohnt! Die Einstellung war in der Folge eine Sache von Minuten.

Nach der Zündungseinstellung machte ich mich an die erneute Montage des Chokes – sicherheitshalber habe ich von einem Spendermotor aus dem Fundus den Choke samt Gehäuse demontiert, um die Wellen auf Spiel zu prüfen, doch beide Gehäuse waren absolut identisch. Nur dank der fabelhaften Hilfe von Nina gelang es uns gegen 23:45 Uhr, die Welle des Chokes mit dem Hebel innerhalb des Vergasergehäuses zu verbinden – eine schlimme Fummelarbeit, doch auch diese hat sich gelohnt, der Choke ist wieder montiert und gängig!

0:00 Uhr, Geisterstunde – der spannende Moment: Der wieder erkaltete Motor wird zum ersten Mal komplett zusammengebaut getestet. Ein kurzer Tritt auf das Gaspedal und die Chokeklappe geht zu – sehr gut. Zündschlüssel gedreht und der Motor startet sofort, die Drehzahl springt auf 1.200 Umdrehungen und steigt langsam bis ca. 2.000 Umdrehungen. Genau so soll es sein und ist absolut kein Vergleich zu den Startversuchen in der Vergangenheit!

Die Temperatur des Motors liegt nach wenigen Minuten bei ca. 200° Fahrenheit, auch dieses Verhalten ist neu – vor den Arbeiten lief der Motor viel zu kalt. Meine Vermutung ist, dass der Motor aus diesem Grund niemals den sog. „Open Loop“, also die Warmlaufphase des Motors, verlassen hat und daher sehr angereichert (= fett) lief.

Bei allen positiven Erkenntnissen am gestrigen Tag, leider blieb bei all den Arbeiten eine Sache auf der Strecke: Die Bilder. Dieses Mal gibt es nur ein Foto vom Endresultat… ;)

Montierter Motor im Motorraum
Der Motor nimmt wieder Formen an, nur der Gebläsekasten fehlt noch…

Was bleibt in den nächsten beiden Tagen noch zu tun, die Todo-Liste verrät es uns:

  • Lambdasonde wechseln
  • Div. Geber (Temperatur, Öldruck) wechseln
  • Thermostat erneuern
  • Motorkabelbaum prüfen und reparieren
  • Unterdruckschläuche tauschen
  • Choke des Vergasers reparieren
  • Zündung einstellen
  • Motoröl wechseln
  • Getriebedichtung erneut wechseln
  • Non-AC-Gebläsekasten im Motorraum verbauen
  • TV Cable einstellen

Hoffentlich spielen die Lieferanten mit – der Non-AC-Gebläsekasten muss eigentlich heute kommen, im Zweifelfall muss ich hier den normalen Kasten übergangsweise erneut verbauen. Das Getriebe muss ich ebenfalls noch zweimal öffnen – der Lieferant hat sich zwar gemeldet und kümmert sich zeitnah um eine Ersatzlieferung, doch die neuen Filter kommen frühstens im Laufe der nächsten Woche.

Ich bin guter Dinge, dass die Arbeiten am Motor sich gelohnt haben…!