Die Zusatzscheinwerfer sind montiert

Drei der sechs Zusatzscheinwerfer in Betrieb

Gut Ding darf Weile haben – die Montage der sechs Zusatzscheinwerfer am Metallträger der vorderen Stoßstange hat jedoch deutlich mehr Zeit in Anspruch genommen, als geplant!

Auch wenn ein (glimpflicher) Fahrradunfall und ein (sehr schöner) Urlaub hinter mir liegen, haben sich die Arbeiten deutlich länger verzögert als vorher angenommen. Ich hatte mir als Ziel gesetzt, unbedingt sechs Scheinwerfer in der Front zu montieren, und da geht es doch relativ eng vor im unteren Bereich der Frontmaske. Das diese auch noch horizontale Streben besitzt, macht die Sache auch nicht unbedingt einfacher.

Begonnen habe ich mit einem Blick in die Schrottkiste. Hier lag noch ein großes, relativ stabiles Blech herum, an dem jede Menge Lüfter montiert waren. Die Streben zwischen diesen Lüftern erwiesen sich als brauchbares Arbeitsmaterial für den Bau der Halterungen der Zusatzscheinwerfer. Diese sind nicht schwer, erfordern aber eine grundsätzliche Festigkeit des Materials.

Verblechung als Teileträger für die Halterungen
Mit einem Stück Blech aus der Restetonne fing sie an, meine Idee.

Sauber mit dem Dremel herausgeschnitten, habe ich diese anschließend am Fahrzeug „auf Länge gebracht“. Immer wieder habe ich die Knight-Rider-Front ab- und wieder anmontiert, um die korrekte Position herauszufinden. Dabei stellte sich auch heraus, dass die äußeren Zusatzscheinwerfer nur eine halb so lange Halterung benötigen wie die anderen Zusatzscheinwerfer.

Zusatzscheinwerfer von Wesem inkl. den angefertigten Halterungen
Insgesamt sechs Streben wurden aus dem Spenderblech hinausgeschnitten und für die Aufnahme der Zusatzscheinwerfer vorbereitet.

Streng genommen müssen die äußersten Zusatzscheinwerfer sogar innerhalb des Stoßstangenträgers versetzt eingebaut werden, um nicht an die Streben der Frontmaske zu stoßen. Ich habe also notgedrungen weitere Änderungen am Träger vorgenommen und Ausschnitte an den Seiten und im Bereich der äußeren Scheinwerfer vorgenommen.

Stoßstangenträger mit Schnittmarkierungen
Der Stoßstangenträger aus Aluminium wurde weiter bearbeitet, um die Zusatzscheinwerfer unterbringen zu können.

Natürlich brauche ich keine sechs reinen Zusatzscheinwerfer in meinem Replica. Die äußeren Scheinwerfer dienen als Stand- und Parklicht-Kombination, die vorhandenen Tagfahrleuchten habe ich entsprechend umgerüstet. Eine gelbe Doppelfadenbirne sorgt für den gewünschten Effekt, diesen Umbau habe ich bereits bei meinem ersten Replica im Jahr 2005 vorgenommen.

Stoßstangenträger mit provisorisch montierten Zusatzscheinwerfern
Die Einschnitte waren z.B. nötig, um die äußersten Zusatzscheinwerfer, die als Blinker/Standlicht agieren, in der Front unterzubringen.

Nach der Montage der sechs Scheinwerfer, deren Position akribisch genau ausgemessen wurde, musste ich diese natürlich testen – erfolgreich! Alle Scheinwerfer erhielten nun eine Steckverbindung, um im Falle des Falles einfach getauscht werden zu können. Ich befürchte allerdings stark, dass ich nach Fertigstellung des Fahrzeugs dafür die Front abnehmen muss (es geht wirklich verdammt eng zu in diesem Bereich).

Drei der sechs Zusatzscheinwerfer in Betrieb
Der erste Testlauf nach der Montage war erfolgreich, doch die gesamte Verkabelung musste noch angefertigt werden.

Nach der Montage der „Hardware“ ging es dann an den Bau der elektrischen Grundversorgung. Die inneren und äußeren Scheinwerfer können separat angesteuert werden und werden in der ersten Ausbaustufe z.B. über die Zündung aktiviert (klassische Tagfahrlichtschaltung).

Ich werde nicht auf alle Details eingehen, doch ich wollte keine fliegenden Kabel quer durch das Fahrzeug legen. Alle notwendigen Leitungen wurden daher in den originalen Kabelbaum (aus dem Fundus ;)) integriert und dieser komplett neu isoliert. Es ist daher von außen nicht zu erkennen, dass hier Eingriffe stattgefunden haben.

Positiver Nebeneffekt an diesem Umbau: Ich rüste auf das spätere Steuerungssystem für die Scheinwerfer um. Eine kleine schwarze Kontrollbox wird an der Firewall verbaut und steuert deutlich kleinere Scheinwerfermotoren an. Ich spare auf diese Weise alleine drei Relais im Motorraum, die ich für andere Dinge benötige.

Stoßstangenträger mit montierten Relais
Die notwendigen Relais für die inneren und äußeren Zusatzscheinwerfer werden direkt am Stoßstangenträger befestigt.

Die Ansteuerung der Zusatzscheinwerfer erfolgt ebenfalls über Relais. Diese sitzen an Ort und Stelle, spritzwassergeschützt auf der Rückseite des Stoßstangenträgers. Die Signale zur Ansteuerung der Relais werden ganz sauber über die originale Steckverbindung (Für Kenner: Den C100) in das Fahrzeuginnere geführt. Sauberer geht es meiner Meinung nach nicht!

Zerlegter Kabelbaum für die vordere Beleuchtungsanlage auf der Werkbank
Die zusätzlich benötigten Leitungen wurden in einen originalen Kabelbaum eingebunden und dieser danach komplett neu isoliert.

Ingesamt habt der komplette Bau über 30 Arbeitsstunden gedauert – es ist wirklich unglaublich zu sehen, wohin die Arbeitszeit in einem solchen Projekt hingeht und wie schnell Stunde um Stunde vergeht. Ich habe aus diesem kleinen Teilschritt meine Konsequenzen gezogen und sämtliche Deadlines gekippt – dieses Fahrzeug wird mit einem so exorbitant hohen Aufwand umgesetzt, dass es auf einige Monate mehr oder weniger nicht ankommt. Ich habe ein deutliches Ziel vor Augen (ohne Zielsetzung kein Ergebnis), aber dieses werde ich nicht öffentlich nennen.

Fahrzeugfront mit sechs Zusatzscheinwerfern
Nach über 30 Arbeitsstunden waren alle Leitungen verlegt, alle Scheinwerfer montiert und alle Lampen erfüllten ihren Zweck.

Weiter geht es in den nächsten Wochen mit der Anpassung von Motorhaube, Front und Scheinwerfern. Wenn dieser Schritt abgeschlossen ist, stehen noch einige Arbeiten an der Karosserie an und dann kann die Demontage endlich endgültig abgeschlossen werden.