Die Entstehung eines V8 (Teil 1)

Stück für Stück wächst das neue Herz von K.I.T.T. heran. V8, 5.0 l Hubraum, überwiegend Neuteile – und ein schöner Bausatz für Erwachsene.

Ich habe mich bewusst dafür entschieden, auch beim Motor keine Kompromisse einzugehen. Der Block wurde daher komplett überarbeitet und überwiegend Neuteile verwendet. Teile, die wiederverwendet werden, wurden vorher eingehend geprüft und aufgearbeitet.

Leider fehlte im gelieferten Satz neuer Kolbenringe ein Ölstreifring – daher konnten nur sieben der acht Kolben final durch den Motorenbauer montiert werden. Ich habe dies am vergangenen Wochenende nachgeholt und auch die Froststopfen sowie die Ölpumpe montiert.

Bei der Ölpumpe ist es wichtig, dass der sog. „Screen“, der als Aufnahmerüssel für das Öl dient, auf der richtigen Höhe montiert wird. Ich habe mich an der alten Ölpumpe orientiert und den Screen darüber hinaus mit einem Schweißpunkt gegen Bewegung gesichert.

Leider habe ich die Keile für die Kurbelwelle verlegt, die ich benötige, um die Steuerkette montieren zu können. Aktuell ist also Pause angesagt, der Motor wurde daher wieder in mehreren Lagen Frischhaltefolie verpackt – die mysteriöse Halle ist kein Reinraum, und Staub in den Buchsen der Zylinder kommt überhaupt nicht gut. In ca. 14 Tagen geht es weiter mit der Montage, dann sollten auch die Köpfe bereits montiert sein.

Ich empfehle euch eine Lektüre der Bildergalerie, wenn ihr wissen möchtet, wie ein Kolben in einem V8 korrekt montiert wird… ;)

Zwischen Tür und Angel

K.I.T.T. soll bald endlich auch seine optische Veredelung durch Entlackung und Lackierung erhalten. Doch dafür muss erstmal alles zu hundertprozentig passen.

Die Beifahrertüre macht mir Sorgen. Ich hatte die Problematik in Bitte Abstand halten und Ersatztüre Nummer 2 bereits angesprochen, sowas bleibt bei einem 30 Jahre alten Fahrzeug leider nicht aus.

Die Originaltüre wird behalten, diese Entscheidung ist mittlerweile klar. Ich habe die originalen Scharniere entfernt, diese waren mit der Türe verschraubt und zusätzlich verschweißt – definitiv ein Fremdeingriff. Aus dem Fundus besorgte ich mir eine Beifahrertüre und ein paar Minuten später war diese nur noch 1/4 so lang wie ab Werk.

Ich werde die Türscharniere entfernen und diese an meine originale Türe anpassen. Dies ist ein enormer Aufwand und nicht ganz ohne Risiko, doch ich habe bisher keine Kompromisse akzeptiert und fange bei der Beifahrertüre auch nicht damit an. Wenn diese sauber sitzt, ist ein großer Schritt Richtung Lackierung getan!

Beginn der Motorrevision

Heavy Metal in der mysteriösen Halle: Die externe Überarbeitung des V8-Motors ist abgeschlossen.

Insgesamt fast vier Monate hat die Überholung gedauert: Wartezeit auf Teile, Wartezeit auf Urlaub für den Transport und Wartezeit auf den Dienstleister, der eine hervorragende Arbeit abgeliefert hat.

K.I.T.T. erhält ein Herz, dass sich sehen lassen kann. Bis auf Block, Kurbelwelle, Köpfe und Pleuel wurden sämtliche Teile erneuert: Kolben, Ventiltrieb, Nockenwelle, Ölpumpe und Co. Der Block wurde gereinigt, auf Übermaß gebohrt und gehohnt. Alle Lager wurden erneuert, die Köpfe geplant und die Kurbelwelle geschliffen und poliert.

Natürlich musste es so kommen, dass exakt ein Ölstreifring im Überholsatz fehlte. Summit Racing hat wie immer hervorragend reagiert und umgehend kostenlosen Ersatz zugeschickt, der natürlich zwei Tage nach Abholung des Motors eintraf.

Hier darf ich also nochmals ran, und am Wochenende den fehlenden Kolben montieren. Und die Ölpumpe. Und die Ölwanne. Und die Köpfe. Und den Rest. Ich freue mich sehr darauf, weiß aber auch, dass ich noch einige Monate damit beschäftigt sein werde.

Ich möchte gerne ein großes Dankeschön an die Firma BM-Motoreninstandsetzung aus Bergheim aussprechen. Herr Knierim und Herr Gasch haben eine hervorragende und zuverlässige Arbeit geleistet. Dank solchen Partnern kann ein solches Projekt erst erfolgreich durchgeführt werden!

Die Zusatzscheinwerfer sind montiert

Gut Ding darf Weile haben – die Montage der sechs Zusatzscheinwerfer am Metallträger der vorderen Stoßstange hat jedoch deutlich mehr Zeit in Anspruch genommen, als geplant!

Auch wenn ein (glimpflicher) Fahrradunfall und ein (sehr schöner) Urlaub hinter mir liegen, haben sich die Arbeiten deutlich länger verzögert als vorher angenommen. Ich hatte mir als Ziel gesetzt, unbedingt sechs Scheinwerfer in der Front zu montieren, und da geht es doch relativ eng vor im unteren Bereich der Frontmaske. Das diese auch noch horizontale Streben besitzt, macht die Sache auch nicht unbedingt einfacher.

Begonnen habe ich mit einem Blick in die Schrottkiste. Hier lag noch ein großes, relativ stabiles Blech herum, an dem jede Menge Lüfter montiert waren. Die Streben zwischen diesen Lüftern erwiesen sich als brauchbares Arbeitsmaterial für den Bau der Halterungen der Zusatzscheinwerfer. Diese sind nicht schwer, erfordern aber eine grundsätzliche Festigkeit des Materials.

Verblechung als Teileträger für die Halterungen
Mit einem Stück Blech aus der Restetonne fing sie an, meine Idee.

Sauber mit dem Dremel herausgeschnitten, habe ich diese anschließend am Fahrzeug „auf Länge gebracht“. Immer wieder habe ich die Knight-Rider-Front ab- und wieder anmontiert, um die korrekte Position herauszufinden. Dabei stellte sich auch heraus, dass die äußeren Zusatzscheinwerfer nur eine halb so lange Halterung benötigen wie die anderen Zusatzscheinwerfer.

Zusatzscheinwerfer von Wesem inkl. den angefertigten Halterungen
Insgesamt sechs Streben wurden aus dem Spenderblech hinausgeschnitten und für die Aufnahme der Zusatzscheinwerfer vorbereitet.

Streng genommen müssen die äußersten Zusatzscheinwerfer sogar innerhalb des Stoßstangenträgers versetzt eingebaut werden, um nicht an die Streben der Frontmaske zu stoßen. Ich habe also notgedrungen weitere Änderungen am Träger vorgenommen und Ausschnitte an den Seiten und im Bereich der äußeren Scheinwerfer vorgenommen.

Stoßstangenträger mit Schnittmarkierungen
Der Stoßstangenträger aus Aluminium wurde weiter bearbeitet, um die Zusatzscheinwerfer unterbringen zu können.

Natürlich brauche ich keine sechs reinen Zusatzscheinwerfer in meinem Replica. Die äußeren Scheinwerfer dienen als Stand- und Parklicht-Kombination, die vorhandenen Tagfahrleuchten habe ich entsprechend umgerüstet. Eine gelbe Doppelfadenbirne sorgt für den gewünschten Effekt, diesen Umbau habe ich bereits bei meinem ersten Replica im Jahr 2005 vorgenommen.

Stoßstangenträger mit provisorisch montierten Zusatzscheinwerfern
Die Einschnitte waren z.B. nötig, um die äußersten Zusatzscheinwerfer, die als Blinker/Standlicht agieren, in der Front unterzubringen.

Nach der Montage der sechs Scheinwerfer, deren Position akribisch genau ausgemessen wurde, musste ich diese natürlich testen – erfolgreich! Alle Scheinwerfer erhielten nun eine Steckverbindung, um im Falle des Falles einfach getauscht werden zu können. Ich befürchte allerdings stark, dass ich nach Fertigstellung des Fahrzeugs dafür die Front abnehmen muss (es geht wirklich verdammt eng zu in diesem Bereich).

Drei der sechs Zusatzscheinwerfer in Betrieb
Der erste Testlauf nach der Montage war erfolgreich, doch die gesamte Verkabelung musste noch angefertigt werden.

Nach der Montage der „Hardware“ ging es dann an den Bau der elektrischen Grundversorgung. Die inneren und äußeren Scheinwerfer können separat angesteuert werden und werden in der ersten Ausbaustufe z.B. über die Zündung aktiviert (klassische Tagfahrlichtschaltung).

Ich werde nicht auf alle Details eingehen, doch ich wollte keine fliegenden Kabel quer durch das Fahrzeug legen. Alle notwendigen Leitungen wurden daher in den originalen Kabelbaum (aus dem Fundus ;)) integriert und dieser komplett neu isoliert. Es ist daher von außen nicht zu erkennen, dass hier Eingriffe stattgefunden haben.

Positiver Nebeneffekt an diesem Umbau: Ich rüste auf das spätere Steuerungssystem für die Scheinwerfer um. Eine kleine schwarze Kontrollbox wird an der Firewall verbaut und steuert deutlich kleinere Scheinwerfermotoren an. Ich spare auf diese Weise alleine drei Relais im Motorraum, die ich für andere Dinge benötige.

Stoßstangenträger mit montierten Relais
Die notwendigen Relais für die inneren und äußeren Zusatzscheinwerfer werden direkt am Stoßstangenträger befestigt.

Die Ansteuerung der Zusatzscheinwerfer erfolgt ebenfalls über Relais. Diese sitzen an Ort und Stelle, spritzwassergeschützt auf der Rückseite des Stoßstangenträgers. Die Signale zur Ansteuerung der Relais werden ganz sauber über die originale Steckverbindung (Für Kenner: Den C100) in das Fahrzeuginnere geführt. Sauberer geht es meiner Meinung nach nicht!

Zerlegter Kabelbaum für die vordere Beleuchtungsanlage auf der Werkbank
Die zusätzlich benötigten Leitungen wurden in einen originalen Kabelbaum eingebunden und dieser danach komplett neu isoliert.

Ingesamt habt der komplette Bau über 30 Arbeitsstunden gedauert – es ist wirklich unglaublich zu sehen, wohin die Arbeitszeit in einem solchen Projekt hingeht und wie schnell Stunde um Stunde vergeht. Ich habe aus diesem kleinen Teilschritt meine Konsequenzen gezogen und sämtliche Deadlines gekippt – dieses Fahrzeug wird mit einem so exorbitant hohen Aufwand umgesetzt, dass es auf einige Monate mehr oder weniger nicht ankommt. Ich habe ein deutliches Ziel vor Augen (ohne Zielsetzung kein Ergebnis), aber dieses werde ich nicht öffentlich nennen.

Fahrzeugfront mit sechs Zusatzscheinwerfern
Nach über 30 Arbeitsstunden waren alle Leitungen verlegt, alle Scheinwerfer montiert und alle Lampen erfüllten ihren Zweck.

Weiter geht es in den nächsten Wochen mit der Anpassung von Motorhaube, Front und Scheinwerfern. Wenn dieser Schritt abgeschlossen ist, stehen noch einige Arbeiten an der Karosserie an und dann kann die Demontage endlich endgültig abgeschlossen werden.

Die Geburt des Ritters

Am 2. Mai 2015 war es endlich soweit: Ein neues KNIGHT-Replica wurde geboren. Gegen 17:30 Uhr wurde die Knight-Rider-Front von Knight Passions zum ersten Mal montiert.

Die Montage war gar nicht geplant, doch auf einmal ging alles ganz schnell. Ich habe mich dafür entschieden, beide Kotflügel von „Patience“, dem aktuellen Teilespender vor den Toren der mysteriösen Halle, für mein Replica zu verwenden. Die haben zwar den Nachteil, dass keine Air Extractors montiert werden können, doch diesen Umstand muss mein Karosseriebauer dann halt ändern.

Für die Montage wurden vorab beide Stehkanten der Schweller wieder aufgerichtet. Die Kante der Fahrerseite war so stark verbogen, dass die untere Befestigungsschraube des Kotflügels gar nicht herausgedreht werden konnte. Hier musste vorab schweres Gerät ran, die Feinarbeiten erledigte ich mit dem Ausbeulhammer und einer Handfaust. Leider blieb auch mein Auto nicht vor diesen Misshandlungen in der Vergangenheit verschont.

Vorderwagen mit montierten Firebird-Kotflügeln
Die Kotflügel stammen von Patience, dem aktuellen Teilespender – leider fehlen die Löcher für die Air Extractors.

Nachdem beide Stehkanten wieder einigermaßen in Form gebracht wurden, fanden die neuen alten Kotflügel ihren Platz am Fahrzeug. Die Kotflügel sind in einem guten Zustand mit dem Vorteil, dass beide vom gleichen Fahrzeug stammen und bisher nie gelagert wurden (soweit meine Vermutung). Nach kleinen Karosseriearbeiten passten sie dann auch so, wie es sein soll (im Rahmen der US-Toleranz).

Die Knight-Rider-Front zu montieren war dann eine ganz spontane Idee, aber es musste sein. Die Front wurde angehalten und pro Seite ein Befestigungsloch gebohrt. Das finale Ausrichten erfolgt erst im weiteren Verlauf der Anpassungsarbeiten, wenn Kotflügel und Motorhaube zusammen mit Nebelscheinwerfern und Lauflicht montiert sind (aber vor den Lackierarbeiten).

Zusammengesteckter Vorderwagen inkl. Knight-Rider-Front und Motorhaube
Die Geburtsstunde eines KNIGHT-Replicas: Die Front wurde am 2. Mai 2015 zum ersten Mal montiert.

Für das Bild wurde die Motorhaube spaßeshalber nur auf den Vorderwagen gelegt – im aktuellen Stadium geht es noch nicht um Spaltmaße und Details, sondern nur um Motivation… :)

Zwei Wochen später habe ich dann mit der provisorischen Montage aller Einzelteile begonnen. Natürlich kann das Fahrzeug nicht ohne vorderen Querträger gefahren werden, doch das Originalteil aus Stahl ist relativ schwer und lässt sich nur sehr umständlich und aufwendig bearbeiten.

Aus der Performance-Abteilung von General Motors hatte ich noch ein gebrauchtes Originalteil aus Aluminum im Fundus. Das Teil ist relativ selten, aber am Rand bereits beschädigt, daher habe ich keine Hemmungen, dieses für meine Zwecke zu verwenden. Mit Ausnahme der Montagepunkte für die Zusatzscheinwerfer wird auch der Montagemechanismus für das vordere Kennzeichen und div. Teile des vorderen Beleuchtungskabelbaums an diesem Träger befestigt.

Frontträger aus Aluminium
Statt des originalen Frontträgers aus Stahl kommt ein Performance-Originalteil aus Aluminum zum Einsatz, dieses Material lässt sich deutlich besser bearbeiten.

In meinem früheren Replica, dem KNIGHT 2003, habe ich auf die Montage des vorderen Abschlussbleches verzichtet. Dieses Blech sitzt hinter der originalen Frontmaske sorgt für den Abschluss zwischen Stoßstange und Schlossblech. Für ein Replica ist das Teil nicht unbedingt notwendig, es sorgt aber für eine ansprechende Optik.

Ich habe überflüssige Teile des Abschlussbleches abgetrennt und das Teil auf den Vorderwagen angepasst. Noch offen ist der Bau von „Anschlagpuffern“, die auf dem Querträger befestigt werden und das Teil von unten abstützen sollen.

Für die Knight-Rider-Front modifiziertes Abschlussblech
Bei meinem ersten Replica habe ich auf die Montage des Abschlussbleches verzichtet – heute möchte ich keine Kompromisse mehr eingehen.

Zur Knight-Rider-Front gehört natürlich auch das markante Lauflicht: Dieses habe ich vorab komplett zerlegt und von jeglicher Elektronik befreit, dies macht das Arbeiten deutlich einfacher. Nach einigen Messungen galt es dann, die Luft anzuhalten: Jeweils zwei kleine Löcher wurden in zwei der acht Kammern gebohrt, um Befestigungswinkel zu montieren.

Montiertes Knight-Rider-Lauflicht ohne Elektronik
Das sehr gut verarbeitete Lauflicht von Trabi77 wurde an die Front und die umgebenden Teile angepasst.

Das Lauflicht sitzt auf diese Weise genau 0,8 cm oberhalb des Schlossträgers und damit exakt über den Befestigungsschrauben des Abschlussbleches. Ich bin sehr gespannt, ob dieser Montagepunkt mit der Motorhaube korrospondiert – im Zweifel werde ich hier nacharbeiten müssen.

Der Gesamteindruck des Lauflichts in der Front ist wirklich einmalig – nun sieht man, was es werden soll. Aktuell bin ich hochmotiviert und sehr erfreut, dass mir die Arbeiten so flüssig von der Hand gehen.

Montiertes Lauflicht inkl. roter Blende
Man kann sehen, wohin der Weg führt: Das montierte Lauflicht sitzt passgenau im Spalt der Front.

Falls sich jemand fragt, wie es weitergeht: Auf der Todo-Liste steht als Nächstes die Montage der Zusatzscheinwerfer, die ich vergangenes Wochenende begonnen habe. Diese Arbeit mit meinem Perfektionismus abzustimmen, ist relativ aufwendig – daher denke ich, dass ich das kommende Wochenende dafür noch brauche.

Weiterhin habe ich mich dazu entschlossen, den Vorderwagen einmal komplett zusammenzubauen, bevor das Fahrzeug zur Lackierung gerollt wird. Ich möchte sicherstellen, dass wirklich alles passt – nur dann kann das Gesamtergebnis stimmen.