Der KNIGHT 2000 Mark II

Es ist nun an der Zeit, meine Planungen und Ideen endlich ganz offiziell der Öffentlichkeit zu präsentieren. Es ist ein wenig wie mit dem iPad mini – die meisten Leute mussten schon Bescheid: Mein nächstes Basisfahrzeug steht bereits seit vier Jahren in meiner Werkstatt…

Zugegeben, ich habe mir nicht unbedingt die größte Mühe beim „Vertuschen“ oder „Geheimhalten“ dieser Information gegeben. Wer mich gefragt hat, bekam eine ehrliche Antwort: Das nächste Replica wird der 82er Trans Am. Mir ist klar, dass diese Entscheidung gegen alles spricht, was ich bisher immer gesagt habe: Man baut keinen K.I.T.T. aus einem seltenen 82er Modell, etc. – aber Zeiten ändern dich sich, genau wie Meinungen.

Das neue Basisfahrzeug: Der 82er Trans Am
Ich habe meine Meinung geändert: Man darf sehr wohl aus einem 1982er Trans Am ein K.I.T.T.-Replica machen – man sollte es nur anständig machen!

Auf der KNIGHT Con 2012 in England wurde mir klar, dass meine Leidenschaft dieser Serie gehört. „Knight Rider“ hat mich zu den Autos gebracht und damit auch dafür gesorgt, dass ich so tolle Freunde kennengelernt habe – und fast jedes Jahr neue Menschen dazukommen, sich weitere Freundschaften entwickeln, etc. Es war keine einfache Entscheidung, aber sie lag auf der Hand:

  • ein 82er Basismodell ist (meines Wissens) in Deutschland einmalig
  • ein 82er Basismodell erfüllt alle kleinen Details, die mir als Perfektionist wichtig sind, ab Werk
  • ein 82er Basismodell ist für Liebhaber der Serie nur konsequent
  • ein 82er Basismodell hat bestmöglichste Qualität und höchstmöglichste Aufmerksamkeit verdient

An mehreren Autos zu arbeiten wäre auf lange Sicht nur verbunden mit starken Kompromissen möglich – natürlich aufgrund der finanziellen, aber in erster Linie aufgrund der zeitlichen Mittel. Dies hat damit auch zur Folge, dass neben dem 92er Firebird, den sich Marco geschnappt hat, auch der 83er Trans Am (die Rohkarosserie) nicht mehr benötigt wird. Wer also Interesse an einer guten Basis für eine Vollrestauration hat, meldet sich bitte vertrauensvoll an mich! :)

Sitzt, passt, wackelt - und hat Luft
Zugegeben, noch ist sie nicht ideal montiert: Die neue Knight-Rider-Front liegt schon bereit, doch vor Montage wird das Fahrzeug regulär durch den TÜV gebracht.

Der 82er Trans Am wird in den nächsten Monaten einiges an Updates erfahren. Nach vier Jahren Stillstand bekommt er nun endlich die Aufmerksamkeit, die er verdient. Alle Eingriffe werden dabei so durchgeführt, dass sie jederzeit vollständig rückgängig zu machen sind – es ist also jederzeit möglich, die Einbauten von K.I.T.T. zu entfernen und ein restauriertes Originalfahrzeug zu erhalten.

Um den Wechsel der Fahrzeuge, die neuen Herausforderungen und die anstehenden Arbeiten auch angemessen dokumentieren zu können, habe ich den Blog umgestaltet. Der Trans Am steht nun klar im Vordergrund und alle weiteren Inhalte wurden entsprechend ausgelagert.

Darüber hinaus werde ich in den nächsten Tagen und Wochen noch weitere Inhalte einstellen und an diversen Schrauben drehen – eventuell wird sich auch die Optik des Blogs erneut verändern, um sich den neuen Gegebenheiten anzupassen.

Ich freue mich auf ein schönes und herausforderndes Projekt und eine tolle Zeit in der mysteriösen Halle, mit einem klaren Ziel: Die Erschaffung des KNIGHT 2000 Mark II.

Das Ende einer Ära

Nach vielen Wochen der Vorbereitung und der Planung ist es nun an der Zeit, etwas öffentlich zu machen. Ich trenne mich Ende der Saison von meinem schwarzen Firebird…

Es war kein Geheimnis, aber an die große Glocke gehangen habe ich es noch nicht. Viele mag es verwundern, einige andere schockieren, aber ich habe meine Gründe. Für mich persönlich war der Weg mit diesem Auto an einem persönlich definiertem Ende angekommen, daher war es nach vielen Jahren an der Zeit, einen Cut zu machen.

Der Anfang
2003 begann es, fast ganz in grün – nur silberne Streifen an den Stoßstangen und am Schweller sorgten für Abwechslung… mit K.I.T.T. hatte es damals noch nicht viel zu tun.

Neun Jahre war der schwarze 92er Firebird in meinem Besitz. In all den Jahren hat sich nicht nur das Auto, sondern auch der Fahrer deutlich verändert. Die Haare sind grauer geworden, der Bauch kleiner, die Brillen weniger. Es sind ein paar Falten entstanden und man hat eine Menge über die Autos und das Leben gelernt. Waren früher die kleinsten Probleme unüberwindbare Hürden, bezeichne ich mich heute selbstbewusst als F-Body-Profi.

Das Auto hat mir mehr gegeben als Fahrspaß: Viele meiner besten Freunde, einige meiner schönsten Erinnerungen verdanke ich diesem schwarzen Firebird. Dank diesem Hobby habe ich geliebt, gelacht und geweint, gewonnen und verloren.

Zeiten ändern dich
Wie gesagt, nicht nur das Auto hat sich verändert, auch der Fahrer – eine der seltenen Aufnahmen von einem Mann und seinem Auto…

Nun ist die Zeit gekommen, ein Teil dieses Spaßes abzugeben und zu teilen – der Wagen geht an Marco aus Hamburg, den ich als sympathischen, begeisterten jungen Mann kennengelernt habe. Da ein solcher Verkauf auch immer eine Entscheidung aus Sympathie ist, bin ich mir sicher, eine gute Entscheidung getroffen zu haben.

Ein paar Tage bleibt der Firebird noch in der mysteriösen Halle zu Gast – am Donnerstag habe ich eine neue HU durchgeführt, am Dienstag wird die Karosserie professionell aufbereitet. Das ein oder andere Karosserieteil wird noch getauscht, ehe ich den Firebird Ende Oktober zu seinem neuen Besitzer bringe. Ich denke, dass die nächsten Tage nochmal spannend werden und es sich lohnen wird, auf myKNIGHT.de vorbeizuschauen!

Aufpoliert
Im Sommer 2012 wurde der Lack erneut überarbeitet, diese Aufnahmen stellten bereits Verkaufsbilder für Marco dar – und die Bilder sprachen ihn scheinbar an…

Natürlich gab es in all den Jahren, die ich das Auto hatte, viele Menschen, die mir bei der Erfüllung meines Traums geholfen habe. Zu vielen habe ich noch Kontakt, zu einigen nicht mehr. Dennoch halte ich es für richtig und wichtig, Ihnen am Ende dieses Weges abschließend zu danken und sie zumindest zu erwähnen. Ich sage daher ganz einfach „Danke“ zu Bianca, Christian, Daniel, Daniela, Danny, Gerd, Guido, Heiko, Heiner, Jan, James, Peter, Sascha, Stephan, Sylvia, Memduh, Michael, Pascal, Volker (aus Hamburg, nicht aus Wiesbaden) und vielen anderen. Ein besonderer Dank gebührt meinen Eltern Rolf und Gisela, die immer hinter mir stehen und mich unterstützen, sowie den Jungs und Mädels des Project-KITT e.V., dessen stolzes Mitglied ich bin.

Und falls nun Panik entsteht – es wird weiter gehen, ebenso bleibe ich der Szene erhalten. Mehr dazu werde ich in den nächsten Tagen bekannt geben, es wird einiges umgebaut werden müssen. Aber für heute wünsche ich Marco erstmal allzeit Gute Fahrt und viel Spaß mit einem Auto, dass ich in den vergangenen Jahren nicht nur gefahren habe, sondern das stehts einen besonderen Platz in meinem Autofahrer-Herzen hatte (und immer haben wird)!

Zu treuen Händen
Ich wünsche Marco aus Hamburg alles Gute und viel Spaß mit diesem tollen Auto, dass mich die letzten neun Jahre begleitet hat! Möge er dir so zuverlässig seine Dienste leisten, wie mir…

Ein paar wenige Highlights aus den Jahren 2003 – 2012 habe ich diesem Blogeintrag angehangen…

Der Traum vom Trans Am

Man soll nicht sein Leben träumen, sondern seine Träume leben – oder bei dem Versuch sterben…

Ab und passieren Dinge im Leben, die sich nicht mit dem Begriff „Zufall“ erklären lassen – hierzu gehört auch die Geschichte, die mich zu meinem Trans Am führte, den ich gestern in der Schweiz abholte.

Es geschah an einem Abend im vergangenen Monat. Es war spät, ich wollte gerade den iMac ausschalten und ins Bett gehen, da rutsche mein Mauszeiger erneut über den Bandit-Online-Link, den ich an diesem Abend schon oft angeklickt hatte. Der Link führte mich ins Forum und eine Anzeige weckte mein Interesse: „Was ist ein 82er Trans Am wohl noch wert“.

PMD. Original.
Der Trans Am ist mit einer tanfarbenen Innenausstattung ausgestattet, die exakt der in „Knight Rider“ verwendeten Farbe entspricht…

Ich zuckte zusammen bei diesem Satz, wie bei allen Dingen, die mit einem „Early Bird“, also den Fahrzeugen der Modelljahre 82-84 zu tun haben. Ich klickte auf den Beitrag und las eine Verkaufsanzeige aus der Schweiz. Der Verkäufer, innerhalb von BO als Kokuyo bekannt, trennte sich von seinem roten Trans Am. Ich war seit Jahren an diesem Auto interessiert, bzw. hatte die Beiträge von Kokuyo bei BO und in anderen Foren stehts aufmerksam verfolgt. Innerhalb von zwei Minuten war meine Private Nachricht an Kokuyo fertig und ein Dialog entwickelte sich.

An den folgenden Tagen schickten wir uns dutzende PN’s hin und her. Er erzählte mir alles und schickte mir Unmengen an Detailfotos – ich habe noch nie (!) einen Verkäufer gesehen, der sich so viel Mühe gegeben hat, wie er – und ich habe schon ein paar Autos in meinem jungen Leben gekauft… :) Schlußendlich war die Sache nach max. zwei Tagen klar und der Kauf beschlossene Sache.

Auf Spurensuche
Ein Mann und sein Trans Am – so sieht es aus, wenn Träume wahr werden…

Zwei Wochen wurde ich auf die Folter gespannt, bis ich gestern endlich, in einem Flieger Richtung Zürich saß. Ich hatte vorab Verschleißteile besorgt und Kerzen, Finger, Kappe, Kabel, Luftfilter, etc. über die Gepäckausgabe aufgegeben. In der Garage von Kokuyo angekommen, machte ich mich daran, zumindest Kappe, Finger und Kabel zu tauschen.

Nachdem dies erledigt war, konnte der erste Start erfolgen. Ernüchterung: Die Batterie war tot, leider hatte er vergessen, diese zu laden. Mit Starthilfe ging es dann doch, nach wiederrum quälend langen Sekunden lebte der Vergasermotor mit fünf Liter Brennraumvolumen endlich auf… :) Die Batterie jedoch war wirklich hin, für die komplette Fahrt nach Hause durfte ich den Wagen nicht mehr ausschalten – ein Neustart war unmöglich.

Dem Sonnenuntergang entgegen
Die Sonne neigt sich das letzte Mal für längere Zeit über dem Boliden – für einige Jahre muss er noch in die Garage…

Dann ging alles ganz schnell: Den mehr als fairen Kaufpreis an Kokuyo rübergereicht, zur Tankstelle gefahren, getankt und quer durch die Stadt zur Grenze – hier wurde dann noch Einfuhrzoll und Mehrwertsteuer bezahlt, damit der Trans Am nun offiziell in Deutschland willkommen. Björn, der mit mir das Knight-Rider-Board betreibt, kam mich an der Grenze besuchen und leistete erneut Starthilfe – wir erinnern uns, die Batterie war hinüber… :) Den Rest der Fahrt überstand der Trans Am ohne Neustart und ohne weitere Probleme! :)

Um die genauen Eckdaten des Trans Am einmal näher zu beleuchten, hilft vielleicht die folgende Auflistung:

  • 1982er Pontiac Firebird Trans Am
  • 5.0 l LG4 Vergasermotor
  • Rote Koni-Stoßdämpfer ringsum
  • Drei-Gang-Automatikgetriebe ohne Overdrive
  • Nachgerüstete Cowl-Induction-Haube („Formula-Haube“) in rostfreiem Zustand
  • Beige Innenausstattung, mit PMD-Sitzen in fairem Zustand
  • D80-Spoiler auf originaler Heckklappe ohne Heckscheibenheizung
  • 14″ Turbo Cast Rims im Kaufpreis enthalten (mittlerweile verkauft)
  • Guter Allgemeinzustand, Lackierung jedoch verwittert

Wo Licht ist, ist auch ein wenig Schatten:

  • Einer der Kotflügel (Beifahrerseite) wurde gegen einen Firebird-Kotflügel ausgetauscht, das Loch für den Air-Extractor nur grob hineingeschnitten.
  • Die Innenausstattung ist komplett zerlegt (aber wenigstens weitensgehend komplett).
  • Die Rückleuchteneinheiten waren bei Kauf defekt, sind aber mitterweile gegen intakte Bauteile ausgetauscht.
  • Der Dachhimmel ist zerstört und hängt, die T-Tops leider unverhältnismäßig stark zerkratzt (wahrscheinlich durch Lagerung außerhalb des Fahrzeugs).
  • Um die Schweizer Beleuchtungsvorschriften einzuhalten, wurden Parklampen in die originalen Blenden geschnitten – diese sind mittlerweile gegen Alternativteile ausgetauscht.

Der Plan ist, den Wagen zu seinem 30. Geburtstag als Oldtimer in Originalzustand anzumelden und dann erstmal einfach nur zu fahren. Bis dahin muss ich mich gedulden, denn bis dahin bleibt er stehen.

Jedes Mal, wenn ich nun in unserer mysteriösen Halle stehe, schweift mein Blick auf dieses rote Biest – ich kann es kaum erwarten, den Motor anzuwerfen und los zu blubbern… :)